Maroni, das Unglückskind - mehr unterhalb der Fotos



 



Hungrig, ev. nach dem Tod der Mutter, aus dem Nest gekrabbelt und abgestürzt, von einer Dame gefunden, und notdürftig in einem provisorischen Käfig untergebracht, Ersatzmuttermilch hingestellt bekommen und aus.

Das hat es auch überlebt, ist nach drei Tagen wieder "ausgebrochen" und wurde nun, da viel zu schwach zur Flucht, von Hühnern blutig und fast zu Tode gepeckt. Diesmal wurde es von einem Mann gefunden, der es zu seiner echten Retterin brachte.

Diese Dame nahm das blutige Eichkatzerl, fuhr sofort damit zu ihrer Tierärztin. Dort bekam das arme Tierchen unter Narkose eine weghängende Zehe am linken Hinterfuss amputiert, die Wunden wurden versorgt, es bekam Antibiotikum und Schmerzmittel.

So kam Eichkatzerl zu uns. 70 g leicht, Haut und Knochen .... Das war am 30. August 2012. Die Retterin taufte es auf den Namen MARONI. Es war sehr ungewiss, ob es Maroni schaffen würde.

Am 2. September hatte Maroni bereits 86 g, am 10. September schon 128 g - und seine erste (von uns geöffnete) Nuss probiert!

Maroni hat unglaubliche Zähigkeit und Überlebenswillen gezeigt. Nach alldem, was sie durchgemacht hat, wurde sie schnell ein richtig lebhabtes, kleines Eichkatzerl, das in eine paar Wochen - hoffentlich bei schönem Wetter - stark genug ist, um in die Freiheit zu klettern. So hofften und dachten wir. 

 

Aber wie heisst es so schön?  Pläne macht man, damit Gott etwas zu Lachen hat!

 

Nun, Maroni konnte vor dem Winter nicht mehr ausgelassen werden, vor allem, weil sie in ihrer Entwicklung weit hinten nach war. Zum anderen kann sie bis heute keine Nüsse knacken. Selbst von uns vorgespaltene Walnüsse, die sie leicht mit ihren spreitzbaren unteren Vorderzähnen aufdrücken können müßte, kriegt sie nicht auf.

 

Maroni ist in die eine Aussenvoliere gezogen, die eigentlich für die Aufzucht von Tauben gebaut wurde. Sie hat momentan ca. 340 g, kommt tagsüber auf Besuch ins Zimmer, turnt an fast jedem Menschen (auch Besuchern) herum und das würde ihr in der Freiheit nicht gut bekommen. Viele Menschen würden sich entweder belästigt fühlen, oder sogar noch an (völlig unsinnig!) Tollwut denken.

 

Maroni soll aber nicht alleine bleiben. Deshalb haben wir schon mit Institutionen Kontakt aufgenommen. Sollte dort ein Eichkatzerl sein oder kommen, das aus welchem Grund auch immer, auch nicht in die Freiheit entlassen werden kann, hoffen wir auf Verständigung. Und wer weiss? Vielleicht passiert es, und wir bekommen heuer selber noch so ein armes Würmchen. 

 

Bisher hatten wir allerdings nur Eichkatzerln zur Aufzucht, die alle frei sein wollten und es auch wurden.

Abgesehen von Maroni!

 

Herzlichen Dank an alle lieben Leute, die so fleissig Fichtenzapfen sammeln! Die frisst Maroni sehr gerne. Aber auch Haselnüsse, Walnüsse - natürlich von uns ausgelöst. Auch dafür wären wir sehr dankbar!